Demo-Fest der DevLearn 2016

DevLearn heisst die jährliche Konferenz der eLearningGuild, die zuletzt im November 2016 in Las Vegas stattfand. Ein Element dieser Konferenz ist das „DemoFest“, bei dem Lernlösungen aus der Praxis live gezeigt werden. Dazu gibt es jeweils ein Webinar, bei dem dann die in den verschiedenen Kategorien prämierten Lösungen in jeweils ca. fünf Minuten kurz vorgestellt werden. Die Kategorien sind:

  • Best of Show (Vendor)
  • Best of Show (Non-Vendor)
  • Best Academic Solution
  • Best Sales Training Solution
  • Best Alternative Solution
  • Best Performance Support Solution
  • Best Blended Learning Solution
  • Best Business Process Solution
  • Best Game-Based Solution
  • Best Immersive Solution
  • Best Mobile Solution
  • Best Onboarding / Employee Orientation Solution
  • Best Soft Skills Solution
  • Best Student Solution
  • Best Video Solution

Über den Jahreswechsel habe ich endlich Zeit gefunden, in die Aufzeichnung des Best-of 2016-Webinars hineinzuschauen. Aus meiner Sicht besonders interessant waren die folgenden Lösungen:

Best of Show (Vendor): „Engaging with museums using beacon badges and xAPI (Ann Arbor Hands-on Wissenschafts-Museum für Kinder)

Üblicherweise kommen Schulklassen für einen 2-stündigen Besuch ins Museum. Bisher wurden dabei keine Daten gesammelt, die es dem Museum oder den Lehrpersonen ermöglichen würden, die Interaktionen der Besucher / Kinder mit den Ausstellungsstücken zu analysieren, mit Themen des Lehrcurriculums in Verbindung zu setzen oder nach dem Besuch im Klassenraum wieder zum Thema zu machen.

Vorgestellt wurde das Projekt „DEEP (Digital Exhibit Engagement Program)“ das es über Beacons (die mit dem Besucherausweis verbunden werden) ermöglicht, die Interaktion zu steuern und zu dokumentieren. Kinder, die mit dem Beacon an ein Ausstellungsstück und den dort verfügbaren Tablet-PC herantreten, werden als Mitglied einer bestimmten Schulklasse erkannt und bekommen über den Bildschirm des Ausstellungsstücks passende Hinweise oder Frage- / Aufgabenstellungen eingeblendet. Die Interaktionen mit dem Ausstellungsstück werden dokumentiert und die Lehrpersonen können am Ende des Besuchs Auswertungen abrufen. Beispielsweise dazu, wie intensiv die Kinder mit welchen Ausstellungsstücken gearbeitet haben und wie erfolgreich sie welche Aufgabenstellungen gelöst haben. Darüber hinaus erhalten die Lehrpersonen Auswertungen, die die Aktivitäten der Kinder mit den durch die Ausstellungsstücke angesprochenen Elementen des Lehrplans in Verbindung bringen.

Abb. 1: Besucherausweis & Beacon

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 2: Auswertung zu den Interaktionen mit einem Ausstellungsstück

 

 

Abb. 3: Verknüpfung der Ausstellungs-Interaktionen mit den Elementen eines Schul-Curriculums

Best Sales Training Solution: Anheuser Busch Selling Skills Program

Diese Lösung beinhaltet Designelemente wie markenspezifische Geschichten, Gamification und Microlearning. Sie besteht aus 9 kurzen Lerneinheiten (im Umfang von ca. 5 Minuten) sowie zwei Integrationselementen. Wichtige Inhaltselemente sind unter anderem Kurzvideos zu Personen, die verschiedene Typen von Kundengruppen repräsentieren:

Abb. 4: Übersicht zu den Videos zu verschiedenen Kundengruppen im WBT

Diesen Personen begegnen die Lernenden im Verlauf der 9 Mini-Module immer wieder und werden mit deren spezifischen Fragen oder Herausforderungen konfrontiert.

Abb. 5: Kurzvideo zu Arbeitssituationen / Herausforderungen eines Kunden

Bei den Micro-Learning-Einheiten ist es unter anderem möglich, zentrale Inhalte als Hilfen / Checklisten für den Arbeitsplatz zu speichern.

Bei den beiden Integrationselementen geht es um folgendes: Einmal um die Bewältigung eines Arbeitstages mit Besuchen bei verschiedenen Kunden. Und das andere Mal um die Arbeit mit einem bestimmten Kunden über einen längeren Zeitraum. So wird hierzu beispielsweise eine Verkaufsstatistik zu den letzten Besuchen bei einem bestimmten Kunden eingeblendet und mit der Frage verbunden, was denn für den nächsten Besuch bei diesem Kunden in den Lieferwagen gepackt werden muss.

 

Best Blended Learning Solution: The Play Project

Hier geht es um eine Entwicklungsangebot für Betreuungspersonen, die mit autistischen Kindern arbeiten. Zu dem blended Design im engeren Sinne (der Verzahnung von Präsenz-Workshops und dem dazugehörigen online Kurs) wurde nicht viel berichtet. Interessant fand ich aber die Idee, online Lerninhalte in Form von WBT-Inhalten Seite an Seite mit den jeweils dazugehörigen Eintragungen im Diskussionsforum zu zeigen. In diesem Fall wurde dies mit der Lernplattform Curatr realisiert.

Abb. 6: Inhaltsseiten des WBT und dazugehörige Forumsbeiträge Seite an Seite

 

Best Video Solution: Viral Video for United Surgical Partners

In diesem Fall ging es um die Einführung einer neuen Software für Planung und Administration bei einem Unternehmen, das in den USA insgesamt 300 medizinische Zentren bzw. chirurgische Einrichtungen betreibt. Um die Einführung der neuen Software zu unterstützen, wurde eine Kampagne gestartet, in deren Zentrum eine Serie von Kurz-Videos stand. Basierend auf Vorbildern bekannter TV-Ärzte-Serien wurden mit professioneller Crew und professionellen Schauspielern insgesamt acht 2-3 Minuten langen Folgen erstellt, die den Spannungsbogen für die achtwöchige Kampagne lieferten: Herausforderungen mit der aktuellen Administrations-Software, die neue Software-Lösung, ihr Einsatz im Arbeitsalltag und die damit möglichen Erfolge (vgl. den Bogen ganz oben in der Gesamtübersicht zur Kampagne).

Abb. 7: Übersichtsplan zur Video-Kampagne

Ergänzend wurden insgesamt 20 Kurzvideos von ca. 30 Sekunden Länge produziert, die spezifische Aspekte der Nutzung der neuen Software behandelten. Pro Woche wurden 2-3 dieser Kurzvideos freigegeben. Dabei wurden zunächst nur die ersten 10 dieser Kurzvideos geplant und produziert. Die Inhalte der weiteren 10 Kurzvideos wurden offen gehalten, um auf aktuelle Fragen und Anliegen im Verlauf der Kampagne eingehen zu können.
Interessant fand ich auch das Vorgehen für die Distribution der Mini-TV-Serie. Hierfür wurde eine Plattform für augmented reality (Aurasma) eingesetzt. Die Mitarbeitenden konnten die jeweils aktuelle Folge aufrufen, indem sie ihr Mobiltelefon auf die in den medizinischen Zentren ausgehängten Plakate (eines pro Folge) richteten. Dadurch wurde die zum Poster gehörige Folge auf das Mobiltelefon geladen und konnte dann abgespielt werden.

Hier der Link zur Archivseite mit den Informationen und dem Link zur Aufzeichnung des Webinars.
Und hier ergänzend noch der Link zur Aufzeichnung des Best-of-Devlearn Webinars aus dem Vorjahr mit den prämierten Lernlösungen aus 2015.

Kommentar verfassen