Kuratieren von (Lern-)Inhalten und (Lern-)Ressourcen: Funktionen und Umsetzung

In der Januar-Ausgabe des TD-Magazins der ATD (Association for Talent Development) stellen Ben Betts und Allison Anderson ‚content curation‘ als wichtige Aufgabe bzw. Arbeitsroutine für Learning Professionals heraus (aktuell gültiger Link zum Beitrag).

Sie unterscheiden verschiedene Funktionen für das Kuratieren von Inhalten und Ressourcen bzw. Verwendungszusammenhänge für daraus entstehende Sammlungen:

  1. Integration und Erweiterung der eigenen, persönlichen Wissensbasis
  2. Inspiration anderer Organisationsmitglieder für eine vertiefte Auseinandersetzung mit einzelnen Inhalten / Ressourcen
  3. Verwendung von Inhalten / Ressourcen im Rahmen von Lehr-/Lernprozessen
  4. Verwendung von Inhalten / Ressourcen im Rahmen von Arbeitsprozessen

 

Drei Aspekte sind aus ihrer Sicht beim Kuratieren von Inhalten und Ressourcen besonders wichtig:

1. Purpose (Zielsetzung)
Die mit dem Kuratieren von Inhalten verbundene Zielsetzung kann unterschiedlich sein: verfügbare Informationen und Ressourcen für sich selbst und für andere sichtbar machen und organisieren; Lernende ermutigen, diese Ressourcen zu nutzen; etc. Aber es ist wichtig, dass die Zielsetzungen und auch die Zielgruppen klar formuliert sind.

2. Process (Ablauf)

Hier sind vier Schritte zentral:

  1. Ressourcen finden (z.B. über den Einsatz von technischen Hilfsmitteln wie Google Alerts oder einen RSS-Feed Reader).
  2. Ressourcen auswählen (indem folgende Fragen gestellt werden: i) Ist der Inhalt / die Ressource nützlich? ii) Ist der Inhalt / die Ressource korrekt bzw. fachlich fundiert? iii) Stammt der Inhalt / die Ressource aus einer vertrauenswürdigen Quelle? iv) Ist der Inhalt / die Ressource nur kurzfristig oder über eine längere Zeit relevant?
  3. Ressourcen kontextualisieren (in übergreifende Themen und Zusammenhänge einordnen
  4. Ressourcen publizieren (z.B. mit Hilfe einer Plattform, die eine mehrdimensionale Verschlagwortung ermöglicht).

3. Players (Personen)

Hier führen die Autoren zwei Vorgehensweisen an:

  • L&D bzw. Learning Professionals versuchen, Fachexperten aus der eigenen Organisation für das Kuratieren von Inhalten zu gewinnen;
  • L&D bzw. Learning Professionals übernehmen diese Aufgabe selbst; dies kann aber erfordern, dass sie sich punktuell die Unterstützung von Fachexperten sichern oder dass sie sich in bestimmte Themenbereiche neu oder vertieft einarbeiten.

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Referenz:

Betts, Ben & Anderson, Allison (2016): Diamond in the rough. TD Magazine, January 2016

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